Sonntag, 14. Dezember 2014

Türchen Nr. 14 oder der dritte Adventsonntag


Guten Morgen!

Der dritte Adventsonntag ist bereits da und ich habe wieder eine Geschichte für euch.

Ein Schneemann für das Christkind

© Nicoletta Giampietro Mörth

Henrik drückte die Nase auf die beschlagene Scheibe und versuchte die Landschaft wiederzuerkennen. Eine dicke Schneeschicht hatte sie in ein glitzerndes Wintermärchen verwandelt.
"Schau, du bist fast da. Deine Großeltern freuen sich bestimmt, dass du Weihnachten bei ihnen verbringst", gluckste die Dame, die das Zugabteil mit ihm teilte und sich partout um ihn kümmern wollte. "Freust du dich auch?"
"Nein! Olle Quasseltante!", dachte er.
Die Frau hatte sich von seinem finsteren Blick und seiner einsilbigen Unfreundlichkeit kein bisschen abschrecken lassen. Henrik war richtig erleichtert, als der Zug langsamer wurde und am Ende einer langen Kurve den kleinen Bahnhof erreichte.

"Hast du eine schöne Reise gehabt?", fragte Opa, als sie im Auto saßen.
"Mmm", grunzte Henrik und fand sich selbst unhöflich.
"Wir hatten letzte Nacht zwanzig Zentimeter Neuschnee", erzählte Opa, "extra für dich! Bei euch liegt sicher noch kein Schnee, oder?"
Henrik schüttelte den Kopf. Er wäre trotzdem lieber zu Hause geblieben.
Opa lenkte den Wagen in die Einfahrt und hupte zweimal. Oma kam aus dem Haus gerannt, rieb sich die Hände an der Schürze trocken, zog Henrik aus dem Auto und drückte ihm die ganze Luft aus den Lungen.
"Mein Junge! Wie schön, dich zu sehen! Du bist schon wieder gewachsen! Ich werde bald eine Trittleiter brauchen, um dir ein Küsschen zu geben!"
Das sagte Oma immer, wenn sie sich wiedersahen. Es gehörte sozusagen zum Begrüßungsritual, und Henrik freute sich doch ein kleines bisschen.
Sie zwinkerte: "Ich habe einen Berg Fleischbällchen gemacht, mit Bratkartoffeln und viel Sauce. Hast du Hunger?"
Und ob er Hunger hatte! Das Frühstück lag viele Stunden zurück, und die trockenen Stullen, die ihm Mama für das Mittagessen gegeben hatte, hatte er schon aus Protest nicht gegessen. Zum ersten Mal entwischte ihm heute ein Lächeln.

Henrik wälzte sich noch mal um und kniff die Augen zusammen, aber es half nicht. Er konnte einfach nicht einschlafen. Er hatte viel zu viele Fleischbällchen gegessen und war durstig. Er stand auf und lief barfuß die Treppe hinunter, um einen Schluck Mineralwasser zu trinken. Im Wohnzimmer brannte noch Licht. Sein Großvater sprach am Telefon.
Henrik setzte sich auf die erste Stufe und lauschte.
"... immer noch Sauerstoff? ... Ist das normal? ... Was sagt der Arzt? ... Dem kleinen Kerl bleibt echt nichts erspart ... Henrik ist gut angekommen, macht euch wenigstens um ihn keine Sorgen ... Ja, deine Mutter hatte Fleischbällchen zubereitet, er hat gegessen wie ein Scheunendrescher ... Nee, ich bin sicher, er schläft schon, er war ziemlich müde ... Ja ... Gut ... Ruf morgen an ... Gib Mark einen dicken Kuss von uns ... Tschüss, gute Nacht."
Opa hängte auf und kam aus dem Wohnzimmer. Henrik rannte so schnell und leise wie möglich zurück in sein Zimmer, um nicht erwischt zu werden. Er versteckte sich unter der Decke und bewegte sich nicht, als Opa die Tür einen Spalt öffnete und nach ihm schaute.
Sein Herz klopfte wild in seiner Brust. Die Nachrichten waren nicht gut, so viel hatte er verstanden. Mark ging es nicht besser und Henrik würde Weihnachten ohne seine Familie verbringen müssen.

"Möchtest du eine Bretzel?", fragte Oma.
Henrik nickte, obwohl er gar keinen Hunger mehr hatte. Er ging sehr gerne mit Oma zum Wochenmarkt, denn sie kaufte ihm fast an jedem Stand eine Leckerei. Er hatte schon Käse, Wurst und Gummibärchen bekommen und fragte sich, wie er das Mittagessen verkraften würde, für das Oma gerade reichlich eingekauft hatte.
Er sah sich um, während sie bezahlte. Sie standen auf dem Marktplatz, neben dem alten Brunnen, umgeben von kleinen, gepflegten Fachwerkhäusern. Vor der Kirche hatte man einen Tannenbaum aufgestellt und üppig mit Kugeln und Lichterketten dekoriert. Ein Dutzend kleiner Holzhütten bildeten den Weihnachtsmarkt, von dem ein herrlicher Duft nach Zimt und Glühwein zu ihnen herüber wehte.
"Es sieht hier aus wie in einem Adventskalender!", sagte er.
Oma lächelte. "Schön, gell? Komm, ich zeig dir was."
Sie traten in die Kirche ein. Sie war sehr alt und roch nach Kerzenwachs und Weihrauch. Es war still, nur zwei alte Damen saßen auf den Bänken und beteten.
"Schau mal", flüsterte Oma. "Ist das nicht hübsch?"
Neben dem Altar stand die schönste Krippe, die Henrik je gesehen hatte. Die Figuren waren fast einen halben Meter groß; man hatte sie einfach, aber liebevoll handgeschnitzt und ihnen Kleidung aus Filz in vielen Braun-, Beige- und Grautönen genäht. Sie standen in einer Berglandschaft mit Steinen und echten kleinen Tannen, einem Bach aus Alufolie, schmalen Wegen aus Kies und Brücken und Brunnen aus Ästen. Die Schafe waren aus Naturwolle, Ochse und Esel, Hunde und Kamele waren aus Holz und Leder gebastelt. Maria und Josef standen in einem Stall, der genauso aussah, wie die kleinen alten Ställe am Dorfrand. Die Futterkrippe zwischen ihnen war leer.
"Wo ist das Christkind?", fragte Henrik.
"Das Christkind kommt erst an Heiligabend, es ist ja noch nicht geboren", erklärte Oma. Sie sah ihn lächelnd an: "Weißt du, was an Heiligabend noch passiert?"
"Was?"
"Das ganze Dorf kommt zur Christmette und die Kinder bringen Geschenke für das Christkind."
"Was für Geschenke?"
"Etwas, was die Kinder selbst gemacht haben: ein schönes Bild oder etwas selbst Gebasteltes. Manche bringen auch selbst gekochte Marmelade oder Plätzchen."
"Darf ich deine Fleischbällchen mitbringen? Die sind mega klasse!"
"Danke für das Kompliment!", lachte Oma. "Nein, das Geschenk muss von dir kommen, deine Arbeit und deine Liebe müssen drin stecken. Du kannst dir zu Hause etwas überlegen, wenn du willst. Komm jetzt, ich muss noch Mittagessen kochen."
Vor dem Tor blieb Oma stehen und flüsterte: "Lass uns noch eine Kerze für Mark anzünden."
Sie hielt ihm eine der großen Kerzen hin, damit er sie selbst anzündete, aber Henrik nahm sie nicht an. Sein Gesicht verfinsterte sich.
"Was ist los, willst du nicht?", fragte Oma überrascht.
"Nein!", sagte er viel zu laut.
Die alten Damen drehten sich um und schauten.
"Ich zünde keine Kerze für meinen blöden Bruder an!"
"Schrei nicht so, wir sind in der Kirche!", sagte Oma erschrocken.
Aber Henrik war nicht mehr zu bremsen. "Es ist mir scheißegal, wo wir sind! Alles dreht sich immer nur um Mark! Es ist seine Schuld, wenn wir dieses Jahr kein Weihnachten haben!"
"Henrik!", rief Oma entsetzt. "Das wird das Christkind aber sehr traurig machen!"
Sie griff nach seiner Hand.
Henrik riss sich los. Er war in Rage geraten. "Ausgerechnet an Weihnachten wird er krank, der Vollidiot! Hat Mama und Papa ganz für sich, und mich haben sie weggeschickt!! Und überhaupt, glaubst du, deine blöde Kerze macht ihn gesund?! Er wird nie wieder gesund, und du bist auch blöd!" Seine Stimme brach.
Oma packte ihn mit unerwarteter Kraft am Arm und zerrte ihn aus der Kirche.

Sie schwiegen den ganzen Weg nach Hause. Oma war sehr böse, das merkte Henrik an ihrem Gang. Sein eigener Zorn flaute langsam ab, und als Oma ihm wortlos das Gartentor aufhielt, schämte er sich.
"Oma ...", sagte er leise.
Oma sah ihn streng an.
Er senkte den Blick. "...'tschuldigung ...", murmelte er.
Oma seufzte. Der Ärger wich aus ihrem Blick. Sie schüttelte den Kopf. "Für dich ist es auch nicht leicht ..."

Henrik zog Opas alten Holzschlitten hinter sich her. Eigentlich wollte er lieber in seinem warmen Zimmer Gameboy spielen, aber das hatte man ihm nicht erlaubt.
"Raus mit dir!", hatte Oma gesagt. "Du brauchst frische Luft."
Er wusste nicht so recht, was er mit sich anfangen sollte. Alleine Schlitten fahren fand er öde. Er dachte an die wilden Schlittenrennen mit Mark auf dem Hügel hinter der Schule. Die beiden Brüder flitzten immer an allen anderen vorbei, auch an den großen, die nicht mehr in der Grundschule waren. Denn Mark hatte den richtigen Riecher für die beste Strecke. Deshalb überließ ihm Henrik gerne das Lenken und bremste lieber, was er kaum tat. Sie wollten ja gewinnen. Dann lachte Mark und hatte rote Bäckchen, und sie waren ein richtiges Team. Auf einmal vermisste Henrik seinen kleinen Bruder.
Der Weg führte an einer verschneiten Wiese vorbei, wo eine Schafherde mit den Hufen scharrte, um an das magere Gras zu gelangen. Er blieb stehen und beobachtete die Tiere. Im Vergleich zum blendend weißen Schnee sahen sie ziemlich schmutzig aus und rochen auch streng. Plötzlich löste sich von der Herde ein schwarz-weißes Fellknäuel und schoss kläffend auf ihn zu. Er machte vor Schreck einen Schritt zurück, stolperte über den Schlitten und fiel unsanft auf den Po.
Ein Pfiff durchdrang die Luft.
"Boss!", schrie eine Kinderstimme. "Zurück, Boss!"
Ein Junge kam angerannt, packte den knurrenden Hund am Halsband und grinste freundlich. Henrik sah ihn verblüfft an. Der Junge war altmodisch gekleidet, mit einer langen Lederhose, einem grauen Pullover aus grober Wolle und einer dicken Weste aus Schaffell. Seine Waden hatte er auch in Schaffell gewickelt und auf seinem Kopf thronte ein Ungetüm von Mütze, ebenfalls aus Schaffell.
"Brauchst keine Angst zu haben", sagte der Junge und kraulte dem zotteligen Hund den Kopf. "Er will nur zeigen, dass er der Boss ist, aber er wird dir nichts tun. Solange du nicht versuchst, die Schafe zu stehlen, natürlich."
"Hab ich nicht vor", versicherte Henrik. Er stand auf und klopfte sich den Schnee vom Hintern. "Wie heißt du?"
"Peter. Und du?"
"Henrik. Bist du der Schäfer?"
Er hielt dem Hund vorsichtig die Hand hin, damit er daran schnüffeln konnte.
"Nee!", lachte Peter. "Nur sein Enkel!"
"Kümmerst du dich ganz allein um die Schafe?"
Peter zuckte mit den Schultern. "Eigentlich macht Boss die meiste Arbeit." Er schob die Mütze zurecht, die ihm auf die Nase gerutscht war.
"Cooler Hut", sagte Henrik.
Peter grinste noch breiter.
"Selbst gemacht! Fürs Christkind!"
"Für wen?!"
"Fürs Christkind! Weißt du das nicht? Alle Kinder bringen ein Geschenk zur Christmette."
"Ach so! Doch, meine Oma hat es mir erzählt."
"Was bringst du denn?"
"Ich? Weiß nicht. Ich kann nicht so gut basteln. Oder malen. Oder Schaffell nähen."
"Du musst nicht unbedingt", meinte Peter. "Du bist ja kein Kind aus dem Dorf."
Henrik dachte nach. "Vielleicht sollte ich doch etwas mitbringen. Um die Sache in der Kirche wieder gut zu machen."
Peter sah ihn fragend an.
Henrik erzählte ihm von seinem Wutanfall in der Kirche. "Das Christkind ist mir bestimmt böse. Meine Oma sagt immer, ich soll dankbar sein, dass ich gesund bin, aber ich weiß nicht ..."
Er machte einen Schneeball und warf ihn wütend gegen einen Baum.
"Ich hasse es, wenn Mark im Krankenhaus ist! Ich darf ihn nicht besuchen und meine Eltern sind nur müde und traurig! Und keiner erklärt mir was! Sie tun immer so, als wäre alles gut und behandeln mich wie ein Baby."
"Was hat denn dein Bruder?"
"Ich weiß nicht genau, er ist mit dieser Krankheit geboren. Er hat oft Lungenentzündung und muss ins Krankenhaus. Meinetwegen. Aber Weihnachten krank zu werden, das ist echt fies von ihm."
Er schwieg eine Weile, dann sah er Peter an und fragte leise: "Glaubst du, er stirbt, weil ich das in der Kirche gesagt habe?"
Peter streichelte Boss und überlegte sich seine Antwort sehr gut. "Nein. Aber es kann nicht schaden, wenn du zur Christmette etwas mitbringst."
Henrik war sichtlich erleichtert: "Ja, das glaube ich auch. Bloß, was? Es gibt nichts, was ich besonders gut machen kann."
"Glaub' ich nicht. Jeder kann etwas gut."
"Nee, ich nicht ... Du, ich muss jetzt weg, es wird schon dunkel."
"Kommst du morgen wieder?", fragte Peter hoffnungsvoll.
"Klar!", lächelte Henrik. "Morgen Nachmittag!"
Er rannte und hüpfte den ganzen Weg zurück zum Dorf. Er fühlte sich leichter und fast ein bisschen froh.

"Henrik, endlich!", rief Oma erleichtert. "Wir haben uns richtig Sorgen gemacht! Wo warst du? Es ist schon fast dunkel!"
"In den Feldern. Ich habe mit Peter gespielt."
"Wer ist Peter?"
"Der Enkel vom Schäfer."
"Vom alten Helmut?" Oma runzelte die Stirn. "Ich wusste nicht, dass er einen Enkel hat ..."
Aber Henrik war schon in seinem Zimmer verschwunden. Er war aufgeregt. Auf dem Weg nach Hause war ihm eine brillante Idee gekommen.

Am folgenden Tag hatte er Mühe, die Wiese wiederzufinden, denn die Schafe waren weg. Aber der Hund entdeckte ihn sofort und kam ihm bellend entgegen. Henrik kraulte ihn am Kopf. Peter winkte schon von Weitem mit der Monstermütze. Henrik ging auf ihn zu.
"Wo sind die Schafe?"
"Zu kalt", sagte Peter. "Na, hast du schon eine Idee für das Christkind?"
"Ja! Ich baue ihm einen Schneemann! Ich wette, einen Schneemann hat ihm noch niemand mitgebracht!"
Peter sah ihn mit großen Augen an. "Stimmt! Einen Schneemann habe ich noch nie in der Kirche gesehen. Coole Idee!"
"Finde ich auch! Es wird der schönste Schneemann, der je gebaut wurde!" Er wurde ernst: "Eigentlich sind Schneemänner was für kleine Kinder, aber Mark liebt sie, wir bauen immer einen zusammen, wenn wir Schnee haben. Vielleicht mag sie auch das Christkind."
"Klar, es ist ja doch auch ein kleines Kind", meinte Peter. "Und wie kriegen wir den Schneemann die Kirche?"
Henrik hielt die Schnur hoch. "Mit dem Schlitten, natürlich!"

Sie verbrachten den ganzen Nachmittag damit, die Felder und Hänge bis zum Wald zu studieren, um den besten und dicksten Schnee zu finden. Peter fand den Schnee überall schön, aber Henrik war nicht so leicht zufriedenzustellen.
"Für das Christkind muss der Schnee perfekt sein. Er muss wie Zucker glitzern, er muss sich leicht formen lassen ohne matschig zu sein und von einem Feld kommen, auf dem noch niemand gelaufen ist."
Als sie endlich die perfekte Stelle fanden, war der Nachmittag schon fortgeschritten und sie waren sehr weit weg von zu Hause.
"Wir fangen morgen an", beschloss Henrik.
"Morgen ist aber schon Heiligabend."
"Eben. Der Schneemann muss doch ganz frisch sein und nicht halb angetaut. Dann bis morgen!"

Peter und Boss warteten schon auf ihn, als Henrik das erwählte Feld erreichte. Angefeuert von Boss rollten die Jungen eine große Schneekugel, um den Rumpf zu formen.
"Halt!", sagte Henrik, als sie halb so groß war wie er. "So geht es nicht. Guck mal!"
Das Gras und die Erde, die unter dem Schnee lagen, hatten die Kugel verschmutzt.
Peter war wenig beeindruckt. "Ja und? Wir können es nachher abkratzen."
"Das kriegen wir nicht ganz weg. Ich schenke dem Christkind doch keinen dreckigen Schneemann! Außerdem ...", er versuchte die Kugel zu heben und wurde rot vor Anstrengung, "... wird er mordsmäßig schwer, wir müssen ihn direkt auf den Schlitten bauen."
Mit dem schönsten Schnee von der Oberfläche, der sauber und noch nicht festgedrückt war, bauten sie auf dem Schlitten eine dicke Säule für den Körper. Peter glättete die Oberfläche und Henrik schnitzte mit einem Stock Beine und Arme. Eine Kugel wurde der Kopf und damit sie nicht wegrollte steckte er den Stock zwischen Rumpf und Kopf. Im nahe gelegenen Wald fanden sie das Material für die Gestaltung: dunkle Kieselsteine wurden Augen und Knöpfe, ein langer Kieferzapfen die Nase, aus getrockneten roten Beeren formten sie den Mund, aus Gräsern die Haare und mit zwei Stücken Rinde bekam der Schneemann Schuhe. Als sie fertig waren, setzte ihm Peter seine Mütze auf den Kopf.
"So wird es ein gemeinsames Geschenk!", lachte er.
Unten im Dorf läuteten die Kirchenglocken. Henrik erschrak.
"Die Christmette! Wir schaffen es nie rechtzeitig!"
"Klar, schaffen wir das! Komm her, Boss!"
Peter spannte Boss am Schlitten an. Der Hund bellte und wedelte wild mit dem Schwanz, glücklich, endlich etwas zu tun zu haben. Mühelos und vergnügt zog er den schweren Schlitten, während die Jungen neben ihm her rannten und ihn lachend und jauchzend anfeuerten. In den Kurven setzte sich Peter mit auf den Schlitten, um die kostbare Fracht festzuhalten. Sie hatten einen Riesenspaß.
Bald erreichten sie die ersten Häuser des Dorfes. Einige Leute eilten noch durch die Straßen auf dem Weg zur Kirche.
"Wir schaffen es", dachte Henrik, "wir sind nicht mal die Letzten."
Plötzlich scherte Boss in eine kleine Gasse ein, die steil ins Tal führte.
"Nein, Boss! Wir fahren nicht nach Hause!", schrie Peter.
Der Hund hörte ihn nicht. Peter konnte gerade noch verhindern, dass der Schneemann heruntergeworfen wurde, aber dabei rutschte er aus und fiel hin. Henrik stolperte über ihn und fiel ebenfalls in den Schnee. Fröhlich bellend rannte Boss einfach weiter. Der Schlitten wurde immer schneller, überholte den Hund und krachte schließlich ungebremst gegen eine Mauer. Entsetzt mussten die zwei Freunde zusehen, wie der Schneemann gegen die Mauer geschleudert wurde und zerbarst.

Ich hoffe, dass es auch bei euch vor der Tür ausreichend Schnee gibt, um die Winterfreuden in vollen Zügen genießen zu können. Denn bei mir ist es immer so, dass die Weihnachtsstimmung erst durch den Schnee zur Gänze aufkommt.

Alles Liebe und einen entspannten Sonntag,
Vicki

1 Kommentar:

  1. die Geschichte gefällt mir sehr gut! Danke dafür!
    Den Schnee brauche ich jedoch nicht!

    wünsche dir einen schönen 3. Advent und LG
    Regina

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